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Portfolio-Management bei einem Halbleiterhersteller

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Portfolio-Optimierung durch neue Produkte und harmonisierte Roadmap-Planung

Unser Kunde ist ein führender Anbieter von anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen, die insbesondere in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Das Unternehmen entwickelt und produziert Halbleiterlösungen, die vor allem sicherheitsrelevante, komfortsteigernde und energieeffiziente Funktionen im Fahrzeug ermöglichen – darunter Sensorik, Beleuchtung, Fahrerassistenzsysteme und Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Fragmentierte Planung und fehlende Transparenz

Die Produkt-Roadmaps der verantwortlichen Organisationseinheiten lagen auf Segmentebene verteilt vor und waren nicht konsolidiert. Dadurch wurde eine koordinierte, strategische Steuerung erheblich erschwert. Besonders kritisch war die fehlende Gesamtsicht über alle Segmente: Einerseits konnten die R&D-Kapazitäten nicht präzise gesteuert werden, andererseits ließ sich die Abdeckung der Marktbedarfe nur unzureichend beurteilen. Hinzu kam das Fehlen eines standardisierten Portfolio-Management-Prozesses, wodurch Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Portfolio-Szenarien im Hinblick auf Chancen und Risiken nicht gewährleistet waren. Die Ressourcenplanung war zudem durch eine unklare Priorisierung geschwächt, was operative und strategische Zielkonflikte zusätzlich förderte.

Zielbild und methodisches Vorgehen zur Portfoliosteuerung

Ziel war es, eine gemeinsame Vision („Nordstern“) für das Gesamtportfolio zu definieren, ein Zukunfts-Portfolio mit einem Planungshorizont von fünf bis sechs Jahren zu entwerfen und darauf basierend eine konsolidierte Roadmap über alle Segmente hinweg zu erarbeiten. Auf betriebswirtschaftlicher Seite stand das Ziel einer annähernden Verdopplung des Umsatzes in diesem Zeitraum fest. Das Vorgehen gliederte sich in vier Phasen:

  1. Entwicklung einer gemeinsamen Portfolio-Vision zur strategischen Ausrichtung.
  2. Analyse des bestehenden Portfolios (IST) und Ableitung eines Zielportfolios unter Einbezug strategischer Leitplanken.
  3. Bilden von segmentübergreifenden Szenarien basierend auf den abgeschätzten Potenzialen und Aufwänden.
  4. Erstellung segmentierter Produkt-Roadmaps und deren Integration in eine Gesamt-Roadmap inklusive Umsetzungsplanung.

Dabei kamen bewusst Methoden zum Einsatz, die eine klare Struktur ermöglichten:

  • Die Porter Five Forces-Analyse diente zur strategischen Umfeldbewertung und Visionserarbeitung.
  • Es wurden standardisierte Bewertungsverfahren zur Abschätzung von Entwicklungsaufwänden, Herstellkosten und Marktpotenzialen für neue Produktideen eingesetzt.
  • Eine Gap-Analyse identifizierte Marktlücken.
  • Mehrere Portfolio-Szenarien wurden simuliert, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
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Erfolgsfaktoren und Learnings

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die frühzeitige Einbindung aller Segmente und Stakeholder in die Erarbeitung des Zielbilds und der Roadmap. Die Kombination aus bewährten Methoden, strukturierter Bewertung und Szenarienbildung schuf Vertrauen, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit. Besonders wirksam war die enge Verzahnung von Strategie und operativer Planung – ein zentraler Hebel für Akzeptanz und nachhaltige sowie pragmatische Umsetzung.

Wirkung: Transparenz, Strategie-Fit und Entscheidungssicherheit

Durch die neue Roadmap-Struktur konnten die Entwicklungsressourcen um ca. 30 % zielgerichteter allokiert werden. Abstimmungszyklen verkürzten sich um 25 %. Neue Produktideen mit hohem Marktpotenzial wurden identifiziert und priorisiert, während Parallelentwicklungen deutlich reduziert wurden. Die für die Produkte verantwortliche Organisationseinheit verfügt nun über eine integrierte, zukunftsgerichtete Portfolioplanung, die strategische Steuerung, operative Machbarkeit und Innovation verbindet.