Unser Kunde ist ein international tätiger Hersteller von Premium-Fahrzeugen. Er produziert und vertreibt Automobile sowie Motorräder im oberen Marktsegment. Das Unternehmen ist für sportlich-dynamische Fahrzeuge, innovative Antriebstechnologien und eine starke Markenidentität bekannt. Neben klassischen Verbrennungsmotoren investiert der Konzern intensiv in Elektromobilität, digitale Vernetzung und automatisierte Fahrfunktionen. Die Produkte werden weltweit verkauft, unterstützt durch ein globales Produktions- und Vertriebsnetz.
Der Hersteller stand im Rahmen mehrerer Serien- und Innovationsprojekte vor wachsenden Herausforderungen bei der Umsetzung der ASPICE-Anforderungen auf Reifegradniveau 2–3.
Ausgangssituation
Der Kunde entwickelte hochkomplexe Fahrzeugarchitekturen mit stark wachsendem Softwareanteil. Die Entwicklungslandschaft war geprägt von:
- einer Vielzahl internationaler Entwicklungsstandorte
- zahlreichen Tier-1- und Tier-2-Zulieferern
- parallelen agilen und klassischen Entwicklungsmodellen
- heterogenen Toolketten für Requirements, Architektur, Test und Konfigurationsmanagement
Trotz formal definierter Prozesse zeigten interne Assessments wiederkehrende Schwächen, was zu höheren Entwicklungskosten und Lücken in der Qualitätssicherung führt.
Identifizierte Herausforderungen
1. Unvollständige Traceability
Die bidirektionale Nachverfolgbarkeit von Systemanforderungen bis zu Softwaretests war nicht durchgängig gewährleistet. Toolbrüche führten zu manuellen Übergaben und Inkonsistenzen.
2. Lieferantenintegration
Unterschiedliche ASPICE-Reifegrade und Prozessinterpretationen bei Zulieferern führten zu Qualitätsabweichungen und erhöhtem Abstimmungsaufwand.
3. Agile Integration in ASPICE
Agile Entwicklungsansätze waren etabliert, jedoch fehlten klare Regelungen zur formalen Dokumentation, Review-Nachweisen und Baseline-Definitionen gemäß ASPICE.
4. Unterschiedliche Prozessreife in Projekten
Innovationsprojekte und Serienentwicklungen wiesen eine unterschiedliche Prozessdisziplin auf, was zu inkonsistenten Audit-Ergebnissen führte.
Kundenlösung
Ziel war es, eine konsistente Prozesslandschaft auf ASPICE Level 2 zu etablieren und gleichzeitig anwenderorientierte Entwicklungsmodelle praxistauglich zu integrieren.
Im Rahmen der Transformation wurden klare Governance-Strukturen etabliert, einheitliche Artefakt-Templates eingeführt und eine durchgängige Traceability-Strategie implementiert. Anwenderorientierte Entwicklungsmodelle wurden so angepasst, dass sie revisionssicher und auditfähig mit ASPICE konform sind. Prozessabweichungen wurden reduziert und die Transparenz über System-, Software- und Testebene hinweg erhöht werden.
Das Ergebnis: höhere Prozessstabilität, gesteigerte Lieferantenqualität und nachhaltige Audit-Sicherheit in den Entwicklungsprojekten auf Steuergeräte- und Softwareebene.










