Implementierung eines tool-gestützten Anforderungsmodells zur Beantwortung eines Request for quotation für den Neubau von U-Booten

Christian Knop

„Mit Hilfe der methodischen und operativen Unterstützung von 3DSE konnten wir in nur 6 Monaten alle Engineering Angebotsdokumente tool-gestützt erstellen.“

Christian Knop

Teilprojektleiter Engineering

ThyssenKrupp Marine Systems

Implementierung eines tool-gestützten Anforderungsmodells zur Beantwortung eines Request for quotation für den Neubau von U-Booten

thyssenkrupp Marine Systems (tk MS) ist ein führendes europäisches Unternehmen für Marinesysteme mit einem umfangreichen Produktportfolio, das Fregatten/Korvetten, nichtnukleare U-Boote, Marineführungs-, Kontroll- und Sensorsysteme sowie unbemannte/autonome Über- und Unterwasserfahrzeuge umfasst.

Seit 1960 hat tk MS mehr als 170 U-Boote an über 20 Marinen weltweit geliefert und begleitet ihre Kunden über den kompletten Produktlebenszyklus – vom Design, der Entwicklung, der Produktion und Systemintegration bis hin zum in-Service Support.

Mit dem Erhalt des Request for Quotation (RfQ) begann die Award Phase im Rahmen eines Beschaffungsprogramms für den Neubau von U-Booten.

Um für das finale Auswahlverfahren berücksichtigt zu werden, musste das tkMS Angebot fristgerecht eingereicht werden und nicht nur technisch überzeugen, sondern u.a. auch eine industrielle Kooperation berücksichtigen.

Zielsetzung

Um die Bedürfnisse der Marine zu erfüllen, wurde ein bestehendes tk MS U-Boot Design herangezogen und für spezielle Einsätze mit großen Reichweiten weiterentwickelt. Für die über 200 Engineers bedeutete das, eine vorgegebene Produktstrategie zu berücksichtigen und neue innovative Technologien und Systeme zu projektieren.

Durch einen konsequenten Re-use von Artefakten (Requirements, Spezifikations- und Designdokumente) sollten die bereitgestellten Ressourcen im Engineering zur Erstellung der Angebotsdokumente innerhalb von sechs Monaten bestmöglich genutzt werden. Deshalb wurde gemeinsam mit 3DSE ein zum Angebotsprojekt passendes Anforderungsmodell in Doors Next Generation (DNG) aufgesetzt, mit dem Ziel:

  • einen Re-use von Artefakten (u.a. Requirements, SSS, SSDD) zu ermöglichen
  • eine Single Source of Truth zu etablieren, die von allen am Angebotserstellungsprozess beteiligten Fachexperten aus dem Engineering genutzt wird
  • eine saubere Traceability von den RfQ Anforderungen hin zu den Angebotsdokumenten und Lieferantenspezifikationen sicherzustellen
  • Änderungen von RfQ Anforderungen durch das Verteidigungsministerium schnell bewerten und Implikationen für die zu erstellenden Angebotsprodukte ableiten zu können
  • Angebotsdokumente direkt in DNG erstellen und per Knopfdruck ausleiten zu können

In einem ersten Schritt wurden die Anforderungen an die Angebotsdokumente des Engineering – Compliancy Matrix, Verification Matrix und Technische Spezifikation – erfasst, gesichtet und bewertet sowie passende Workflows zur Erstellung dieser Angebotsdokumente abgeleitet.

Für die Befüllung der Compliancy Response und der Verification Matrix wurden die notwendigen Daten in DNG erfasst und so exportiert, dass diese direkt in die im RfQ definierten Formate (xml und Excel) eingespeist werden konnten.

Zur Erstellung der Technischen Spezifikationen wurde zunächst ein Systemaufbruch definiert. Nach Bewertung der Artefakte durch das Engineering hinsichtlich Re-use, wurden diese in das Anforderungsmodell migriert, mit den Kundenanforderungen verlinkt und durch das Engineering weiterentwickelt.

Um eine fristgerechte Bereitstellung der Angebotsdokumente sicherzustellen, musste zu jeder Zeit Transparenz zum aktuellen Bearbeitungsstand vorliegen, um so frühzeitig geeignete korrektive Maßnahmen ableiten zu können. Dazu wurde ein DNG Reporting Cockpit mit verschiedenen Auswertungssichten erstellt sowie eine Fehler Heatmap, die aufzeigt, ob die Attribute der Stakeholder und System Requirements entsprechend den Vorgaben befüllt sind. Zusätzlich wurden individuelle Reports für die Hauptsystemverantwortlichen eingeführt, die den Bearbeitungsstand der Technischen Spezifikationen und Lücken zum Anforderungsmodell (z.B. fehlende Verlinkung von System Requirements mit System Elementen) aufzeigen.

Flankiert wurde das DNG Reporting Cockpit von einem auf die Bedürfnisse der Engineers zugeschnittenem Support- und Befähigungskonzept sowie einem Anwenderleitfaden auf Confluence. Dieser Dreiklang hat maßgeblich dazu beigetragen, dass alle Engineering Dokumente gemäß den RfQ Anforderungen fristgerecht bereitgestellt werden konnten.

„Die gemeinsam mit 3DSE aufgesetzten Workflows und Reporting Cockpits haben mich dabei unterstützt die richtigen Dinge richtig zu tun“, sagt Christian Knop, Teilprojektleiter Engineering bei tk MS.