Um die Erfüllung der komplexen Vertragsumfänge in Großprojekten sicherzustellen, braucht es ein durchgängiges, toolgestütztes Anforderungsmanagement, das die vereinbarten Liefergegenstände und Liefertermine strukturiert und somit Transparenz schafft. Die Erfüllung der Bedürfnisse und Anforderungen des auftraggebenden Kunden haben hierbei höchste Priorität.

„Die transparente Ableitung der prozessualen Anforderungen in diesem Schiffbauprojekt hilft uns eine konsistente und strukturierte Basis für zukünftige Projekte zu setzten, mit dem Ziel, schneller, effizienter und kostengünstiger zu sein.”
Christian Weißenborn, Head of Design Concepts Surface Vessels (DCV), thyssenkrupp Marine Systems GmbH
thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) ist mit rund 6.000 Mitarbeitern:innen einer der führenden, global agierenden Systemanbieter beim Design und Bau von U-Booten und Marineüberwasserschiffen. Gemeinsam mit strategischen Partnern bietet es weltweit maßgeschneiderte Lösungen für hochkomplexe Herausforderungen in einer sich schnell verändernden Welt.
Zu Beginn des Jahres 2019 konnte ein von tkMS geführtes Konsortium einen Auftrag zur Produktion von vier Korvetten für die brasilianische Marine gewinnen. Neben zahlreichen technischen Anforderungen wurden auch diverse prozessuale Anforderungen im Vertragswerk vereinbart. Um die Erfüllung der Anforderungen sicherzustellen, wurde 3DSE beauftragt das Anforderungsmanagement mit Fokus auf prozessuale Anforderungen zu erweitern.
„Bedingt durch die zweijährigen Angebots- und Vertragungsverhandlungen mit verschiedenen Verhandlungsführern auf zwei Kontinenten und der iterativen Erstellung der Vertragsdokumente in portugiesischer und englischer Sprache waren Transparenz und Konsistenz des Vertragsumfangs am „Effective Date of Contract“ (EDC) gefährdet.“ (Quelle: tkMS (Abteilung DCV): Robert Pfeiffer, Project Manager Systems Engineering)
Auf Basis bestehender Prozesse und Systems Engineering Best Practices aus anderen Branchen wurde eine Methodik entwickelt, um prozessuale Anforderungen aus dem Vertrag abzuleiten und den entsprechenden Prozessverantwortlichen in Form von Statement of Works übergeben zu können.
Auswahl, Applikation und Schulung des Anforderungsmanagement Tools
Zur toolgestützten Umsetzung der Methodik wurden diverse Anforderungsmanagement-Tools verglichen und bewertet. Unter Berücksichtigung des gewünschten Einsatzzwecks und der existierenden Toollandschaft wurde das Tool „IBM Rational DOORS Next Generation“ ausgewählt. In einem nächsten Schritt wurden die Anforderungen an die Toolkonfiguration definiert und pilotiert. Durch ein maßgeschneidertes Schulungskonzept sowie einen individuellen Coachingansatz konnte die Anwenderbefähigung sichergestellt werden.
Durch Unterstützung von 3DSE konnten die Fachexperten innerhalb weniger Wochen 3.500 prozessuale Anforderungen aus dem Vertragswerk ableiten. Mit Hilfe von IBM Rational DOORS Next Generation ist die Traceability zwischen Vertragsinhalten, abgeleiteten Anforderungen und der Nachweisführung (inkl. der dafür erforderlichen Liefergegenstände) für die Umsetzungsverantwortlichen jederzeit gegeben. Bei Bedarf können ausgewählte Anforderungen schnell und unkompliziert an Lieferanten weitergereicht werden. Mit der geschaffenen Transparenz über die vereinbarten Liefergegenstände und deren Liefertermine kann tkMS eine konforme Erfüllung der Vertragsumfänge und eine Vermeidung von Pönalen sicherstellen.

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